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29. Nov 2006

11. Professoren-Panel
„Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns“

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Führende deutsche Wirtschaftswissenschaftler wurden Ende Oktober bis Anfang November 2006 von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zu ihrer Einschätzung eines branchenübergreifenden Mindestlohns befragt.

Von den 180 angefragten Ökonomen (Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre an den größten deutschen Universitäten und Wirtschaftsforschungsinstitute) antworten 51 Professoren. Die Beantwortung der insgesamt sechs Fragen erfolgte entweder über eine skalierte Bewertung bestimmter Reformvorschläge oder über die Auswahl von vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. 

1. Wie schätzen Sie generell die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns ein? (Mehrfachnennungen waren möglich)

Von den 51 Ökonomen gab kein Einziger an, dass "die Einführung eines Mindestlohns ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Lohndumping" sei. 53 Prozent meinten hingegen, dass "die bisherigen Sozialtransfers bereits einen Mindestlohn definieren". 47 Prozent sind der Ansicht, dass "der Gesetzgeber generell nicht in den Lohnfindungsprozess eingreifen sollte". 

2. Welche Folgen hätte Ihrer Meinung nach die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns?

Die Ökonomen sehen vor allem zwei Gefahren: Durch einen Mindestlohn würde die "Entstehung von Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte verhindert", meinen 94 Prozent, und die "Schwarzarbeit gefördert" (82 Prozent). Wenig wirksam sei ein Mindestlohn bei der "Erhöhung der Massenkaufkraft (74 Prozent). Lediglich 6 Prozent der Befragten glauben, dass ein Mindestlohn "Schutz vor Lohndumping" bietet. 

3. Welche Auswirkungen hätte Ihrer Einschätzung nach die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns auf den Stand der Beschäftigung in Deutschland? (Mehrfachnennungen waren möglich)

Drei Viertel der Befragten befürchten nach der Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns einen Beschäftigungsrückgang. Ein Viertel sieht dadurch kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 

4. Mit welchen Maßnahmen würden Ihrer Meinung nach die Unternehmen auf die Einführung eines branchenübergreifenden Mindestlohns reagieren?

Die wahrscheinlichsten Reaktionen aus Sicht der Ökonomen sind der "Abbau von Arbeitsplätzen" und die "Auslagerung von Produktionskapazitäten ins Ausland"(jeweils 75 Prozent). Eine "Erhöhung der Verbraucherpreise" wird als geringes Risiko eingeschätzt, ebenso wie die "Absenkung der Löhne am unteren Ende der Lohnskala"(jeweils 12 Prozent). 

5. Welche Alternativen zur Einführung von brachenübergreifenden Mindestlöhnen halten Sie für ökonomisch sinnvoll? (Mehrfachnennungen waren möglich)

76 Prozent der Befragten halten eine "Überarbeitung des Systems von Sozialtransfers" für sinnvoller als einen gesetzlichen Mindestlohn. Knapp die Hälfte der Ökonomen plädiert für "Kombilohnmodelle" als Alternative zum Mindestlohn. Wenig Zustimmung ernten die "generelle Einführung von Mindestlöhnen" und die "Ausweitung des Entsendegesetzes auf andere Branchen" (jeweils 4 Prozent) sowie "branchenbezogene Mindestlöhne" (8 Prozent). 

6. Wie bewerten Sie die Erfahrungen anderer europäischer Länder mit einem branchenübergreifenden Mindestlohn? (Mehrfachnennungen waren möglich)

Etwa die Hälfe der Befragten (49 Prozent) ist der Ansicht, dass sich "Mindestlohn-Erfahrungen aus anderen Ländern wie Großbritannien oder den USA nicht auf Deutschland übertragen lassen". 41 Prozent bewerten diese Erfahrungen zudem als negativ: Die Mindestlohnregelungen hätten in den jeweiligen Ländern "zum Abbau von Arbeitsplätzen beigetragen". Lediglich 18 Prozent sehen "keine signifikante Verschlechterung durch Mindestlöhne" in den betreffenden Staaten.