Hintergrund Auf dem Weg in den Schuldenstaat
Die Staatsverschuldung wird zunehmend zu einer Hypothek auf die Zukunft. In diesem Jahr hat die Pro-Kopf-Verschuldung jedes Deutschen die Marke von 20.000 Euro überschritten, Tendenz weiter steigend. Historisch betrachtet wird der Schuldenberg nicht nur immer höher, sondern er wächst auch immer schneller.
- Wachsender Schuldenberg: Die Staatsverschuldung Deutschlands beschleunigt sich.
- Quelle: Wikipedia / Statistisches Bundesamt
Die Staatsverschuldung wird zunehmend zu einer Hypothek auf die Zukunft. In diesem Jahr hat die Pro-Kopf-Verschuldung jedes Deutschen die Marke von 20.000 Euro überschritten, Tendenz weiter steigend. Historisch betrachtet wird der Schuldenberg nicht nur immer höher, sondern er wächst auch immer schneller. Die Summe der öffentlichen Schulden hat sich allein seit 1990 nahezu verdreifacht.
1950 stand der Staat noch kaum in der Kreide, damals lag die Pro-Kopf-Verschuldung noch bei 188 Euro. Dank des hohen Wachstums der Wirtschaftswunderjahre stieg sie auch bis in die 60er Jahre nur langsam an. 1970 erreichte die Schuldenlast der Deutschen erstmals 1.000 Euro pro Kopf und kletterte bis 1990 auf 8.448 Euro. Geht die Entwicklung langfristig so weiter, ist jeder Deutsche im Jahr 2050 laut Berechnungen des Forschungszentrums Generationenverträge schon bei seiner Geburt mit rund 60.000 Euro verschuldet.
Der Schuldenberg wird nicht nur höher, er wächst auch schneller
Nicht nur absolut, sondern auch in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beschleunigte sich die deutsche Staatsverschuldung. 1970 betrug die Schuldenquote noch etwa 18 Prozent des BIP und stieg bis zur Wiedervereinigung auf rund 40 an. Im Jahr 2009 erreichte die Schuldenquote ihren vorläufigen Höchststand bei rund 73 Prozent des BIP. Aber der Trend zum Schuldenstaat bleibt ungebrochen: Bis 2013 erwartet die Bundesregierung sogar ein Anwachsen der Schuldenquote bis auf 82 Prozent. Diese Prognose ist nach Einschätzung der Bundesbank sogar recht optimistisch, denn sie setzt ein kräftiges Wirtschaftswachstum und Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts voraus.
Gespart wurde in den vergangenen Jahren allerdings nicht, im Gegenteil: Der Bund hat in allen Ressorts mehr ausgegeben. So sind zum Beispiel die Ausgaben für das Gesundheitssystem innerhalb von fünf Jahren um 350 Prozent gestiegen, für Umwelt um 106 Prozent und für Entwicklungshilfe um 57 Prozent. Der größte Haushaltsposten sind die Ausgaben für Arbeit und Soziales. Sie liegen 2010 um 20 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.
Das Schuldenmachen bleibt für die Bürger nicht ohne Konsequenzen, denn die fälligen Zinszahlungen schränken die Handlungsfähigkeit des Staates immer weiter ein. Machten die Zinsen der Bundesschuld im Jahr 1952 noch lediglich 1,5 Prozent des Bundeshaushalts aus, sollen die Zinszahlungen bis 2013 auf mehr als 16 Prozent aller Ausgaben anwachsen. Dieses Geld steht nicht mehr für andere Aufgaben des Staates zur Verfügung. Schon heute sind die Schuldzinsen der zweitgrößte Kostenfaktor im Haushalt der Bundesrepublik Deutschland.
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