INSM-Dossier Inflation

Die Rettungsaktionen für Pleitekandidaten unter Europas Staaten drohen zu einem Fass ohne Boden zu werden. Auch auf nationaler Ebene drücken Schulden. Mit der konjunkturellen Erholung ziehen die Rohstoffpreise an. Zu Beginn des Jahres 2011 sorgen sich viele, dass die Inflation wiederkehrt. Gerade in Deutschland fürchten sich viele besonders vor einer Geldentwertung, weil das Land in den 20er Jahren eine Hyperinflation erlebte.

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Steuern & Finanzen Wie der Staat die Inflation vorantreibt

Auch der Staat ist daran beteiligt, dass die Bürger weniger in der Geldbörse haben. Der Staat treibt mit Steuern und Abgaben zwar die Ausgaben. Dies wird durch die amtliche Inflationsrate aber nur rudimentär abgebildet. Über steigende Preise und Löhne ist der Staat zudem Inflationsgewinner.

  • 1. Juni 2008
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Dossier
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Der deutsche Michel schwitzt unter der Steuer- und Abgabenlast.
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Der deutsche Michel schwitzt unter der Steuer- und Abgabenlast.
Der deutsche Michel schwitzt unter der Abgabenlast. Zeichnung von Walter Hanel für den INSM-Karikaturenwettbewerb des Jahres 2004 (2. Platz).

Steigen die Preise, so profitiert auch der Staat – über Verbrauchssteuern auf Waren, Energie, Dienstleistungen. In Erinnerung zu rufen ist hier beispielweise auch die deutliche Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte durch die schwarz-gelbe Koalition. Steuer- und Abgabenerhöhungen sorgen dafür, dass Bürger weniger Geld in der Tasche haben.

Die Rolle des Staates als Preistreiber und Inflationsgewinner ist im amtlichen Warenkorb nur unzureichend abgebildet. „Weder die Beiträge zur Sozialversicherung – Ausnahme: freiwillige Beiträge zur Krankenversicherung –, noch die Einkommensteuer sind in der offiziellen Rechnung enthalten. Angesichts hoher Staatsdefizite und klammer öffentlicher Kassen dürfte auf diesem Gebiet auch keine reale Entlastung zu erwarten sein“, so das Focus-online in einem Themenschwerpunkt zur Inflation.

Wie die Inflation dem Staat das Geld in die Kasse spült ...

Wie der Staat am Lohnauftrieb verdient und der Arbeitnehmer dabei verliert
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Wie der Staat am Lohnauftrieb verdient und der Arbeitnehmer dabei verliert
Wie der Staat am Lohnauftrieb verdient

„Jeder Prozentpunkt Inflation kostet einen Arbeitnehmer sogar dann 50 Eu­ro an Kaufkraft, wenn ihm sein Arbeitgeber einen Lohnzuschlag gewährt, der den Anstieg der Verbraucherpreise ausgleicht. Dafür sorgt das progressive Einkommenssteuersystem“, so IW-Steuerexperte Ralph Brügelmann. Er fordert deshalb, dass der Staat den Steuertarif an die Preisentwicklung anpasst.

Die Rolle des Staates als Inflationsmotor spiegelt sich in diesem Beitrag der Kölnischen Rundschau vom 9. Februar 2011 über einen Besuch im Chemiepark Knapsack – Zitat: „Als Preistreiber identifiziert der Chemieparkchef den Staat. Während die Erzeugungspreise stabil geblieben seien, seien staatliche Eingriffe für die hohen Preise verantwortlich. Die Kosten für Konzessionsabgabe, Ökosteuer, Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und das Erneuerbare-Energien-Gesetz machen nach Weihers Angaben die Hälfte des Strompreises aus.“ 

... und wie hoch der Staatsanteil an der Inflation ist

Eine Studie des gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)  hat das hinterfragt. Fachleute nennen diesen Steueranteil des Staates am Preisauftrieb übrigens "Tax Push".

Zitat aus dem IMK-Report: „Alle Preiseffekte werden zwar nicht erfasst, doch sie vermitteln einen eindeutigen Eindruck: 2004 zum Beispiel lag die Inflationsrate im Euroraum insgesamt bei 2,1 Prozent – der Einfluss staatlicher Preispolitik betrug davon ein Drittel, also 0,7 Prozentpunkte. In Deutschland ist der Effekt noch drastischer: Lag hier die Teuerungsrate 2004 bei 1,8 Prozent, machte der Tax Push davon einen ganzen Prozentpunkt aus.“

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