Steuern & Finanzen INSM-Berater Thomas Straubhaar zur Bankenkrise
In einem Interview mit ZEIT ONLINE hat Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftinstituts, und wissenschaftlicher Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) Stellung zu Fragen rund um die Finanz- und Bankenkrise genommen.
INSM-Berater Straubhaar fordert in dem Interview, dass auch die Aktionäre der Banken für Verluste in die Pflicht genommen werden.
Positionen aus dem Interview mit Professor Thomas Straubhaar:
Der Ökonom ist dagegen, dass die Banken verpflichtend in das Rettungspaket der Bundesregierung eingebunden werden. Er sei ein "überzeugter Liberaler", und deshalb dagegen, "auch jene Banken zu dieser Maßnahme zu zwingen, die vorsichtig und gut gewirtschaftet haben." Dem Staat stehe zudem nicht zu, als Bedingung für die Hilfe ins operative Geschäft der Banken einzugreifen. Wörtlich erklärte Straubhaar: "Wenn er (der Staat) als Bedingung fordert, die Gehälter auf 500.000 Euro zu beschränken, frage ich mich, wie das überhaupt funktionieren soll und ob er das auch als Minderheitsaktionär gegen den Willen der Mehrheitsaktionäre durchsetzen kann. Das wäre aktienrechtlich sicher heikel."
Auf der anderen Seite kritisierte Straubhaar aber auch, "dass sich in den USA die Bankvorstände noch Boni in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar gönnen konnten, obwohl ihre Institute staatliche Hilfen in Anspruch nehmen mussten." Dies dürfe sich in Deutschland nicht wiederholen.
Straubhaar forderte darüber hinaus, die Aktionäre für entstandene Verluste mit in die Verantwortung zu nehmen. "Ich habe kein Mitleid mit den privaten Aktionären der Banken", erklärte der Wirtschaftsprofessor. Denn die Aktionäre hätten "das gesamte Schlamassel mit verursacht". In guten Zeiten hätten die Aktionäre hohe Renditen eingefahren, nun müssten sie auch in die Pflicht genommen werden.
Straubhaar fände es "unverständlich, wenn die Banken jetzt durch staatliche Hilfen saniert werden und der Aktionär am Ende davon auch noch profitiert." Die Aktionäre müssten zudem "bluten", weil sie Aufsichtsräte gewählt hätten, die die Vorstände betroffener Banken nicht ausreichend kontrolliert hätten. Jene Aufsichtsräte hätten zudem die in der Öffentlichkeit heftig kritisierten hohen Bonus-Zahlungen mit den Vorständen vereinbart.
Lesen Sie hier das ganze ZEIT-online-Interview mit INSM-Berater Professor Thomas Straubhaar.
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