Soziale Marktwirtschaft Wirtschaftliches Wachstum und Nachhaltigkeit – ein Widerspruch?

Die Frage, ob unsere Volkswirtschaft durch eine Politik der Nachhaltigkeit gefährdet wird, ist beantwortet. Sie kann mittel- und langfristig nur positiv davon profitieren. Erfolgreicher Umweltschutz ist zu einem wichtigen Standortfaktor geworden.

Für viele Unternehmen in Deutschland hat sich die Vorreiterrolle im Umweltschutz bereits bezahlt gemacht. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), des Nie¬dersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW) und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zeigt dies deutlich: Im Jahr 2004 wurden in Deutschland potenzielle Umwelt- und Klimaschutzgüter im Wert von rund 55 Mrd. Euro produziert. Das ist ein Zuwachs von etwa 5 Mrd. Euro allein seit 2002.

Der Anteil an der gesamten Produktion von Industriegütern lag damit bei 5,1%, Tendenz steigend. Zwar beeinflusste die schwache Konjunkturentwicklung der letzten Jahre auch die Produktion von Umweltgütern, aber insgesamt verlief die Entwicklung in diesem Bereich günstiger als in den meisten anderen Industriebranchen.

Zu den produzierten Umweltschutzgütern in Höhe von 55 Mrd. Euro trug allein der deutsche Maschinenbau rund 44 % bei. Dahinter folgen Erzeuger von Mess-, Steuer- und Regeltechnik und der Elektrotechnik. Aber auch Branchen wie die chemische oder die Papierindustrie stellen umweltrelevante Güter her.

Neben der Produktion von materiellen Gütern finden sich auch im Dienstleistungssektor zunehmend umweltbezogene Leistungen, wie Schornstein- und Gebäudereinigung oder Energieberatungen. Im Handel gehört der Vertrieb von Bio-Lebensmitteln und anderen Öko-Produkten in diesen Bereich. Deutschland exportierte im Jahr 2003 Waren aus dem Umweltschutzbereich in Höhe von rund 31 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Weltmarktanteil von 18,8%. Zum Vergleich: Der Anteil Deutschlands am Gesamtweltmarkt beträgt 15%. Damit hat Deutschland 2003 erstmals seit einem Jahrzehnt auch in diesem Sektor wieder die bislang führenden USA überholt und den Titel des Exportweltmeisters geholt.

Im Jahr 2003 wurden insgesamt 3,3% aller FuE-Ausgaben Deutschlands im Umweltschutzbereich getätigt. Damit liegt Deutschland weit über dem OECD- und auch dem EU-Schnitt. Seit 1991 flossen insgesamt 12,4 Mrd. Euro in 34.494 Vorhaben, der größte Teil davon staatlich finanziert. Einer der wichtigsten Indikatoren für die Innovationskraft eines Landes sind die Patentanmeldungen. Deutschland hat bei Patenten aus dem Umwelttechnikbereich, die jedes Jahr am europäischen Patentamt eingereicht werden, immer noch den größten Anteil, nämlich 23 Prozent.

Schätzungen zeigen, dass im Jahr 2004 knapp 1,5 Mio. Menschen im Umweltschutzbereich tätig waren. Damit ist die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zu 2002 leicht um 16.000 angestiegen. Insgesamt sind rund 3,8% aller Beschäftigten in Deutschland im Umweltschutzbereich tätig, mehr als zum Beispiel in der Automobilindustrie. 

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