Soziale Marktwirtschaft Ökologie und Nachhaltigkeit
In Paris gingen die Lichter am Eifelturm aus, die Römer schalteten die Scheinwerfer am Kolosseum aus und in Brüssel verdunkelten die Belgier das Rathaus: Der Weltklimabericht der Vereinten Nationen hat deutlich gemacht, wie labil das Ökosystem unseres Planeten angesichts der vielfachen Eingriffe durch die Menschen ist.
- Bergwanderer
Energie sparen lautete deshalb die zentrale Botschaft des Weltklimaberichts der Vereinten Nationen, der Anfang Februar vom "Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC in Paris vorgestellt wurde. Demnach soll sich die Erde in diesem Jahrhundert um bis zu 6,4 Grad erwärmen, wenn der Ausstoß von Kohlendioxid nicht radikal vermindert wird. Der Meeresspiegel könnte in diesem Zeitraum um fast 60 Zentimeter steigen. Obwohl nicht unumstritten unter Wissenschaftlern zeigt der Bericht, dass der Treibhauseffekt und die daraus resultierende Erderwärmung immer schneller voranschreitet.
Doch nicht nur das Weltklima gibt Anlass zur Besorgnis. Weltweit schreitet die Naturzerstörung noch immer fort und die Gefährdung durch Schadstoffe hält an.
Beispiel: Die Gefährdung durch Luftschadstoffe. Sie bergen viele gesundheitliche Risiken, wie die in jüngster Zeit öffentliche Diskussion um Feinstaubpartikel gezeigt hat. Besonders gilt dies für Regionen mit starker Verkehrsbelastung oder erheblicher Konzentration von Industrie und Gewerbe. Im Zuge der nachholenden Industrialisierung und des zunehmenden Individualverkehrs hat sich vor allem in den Megacitys der Schwellenländer die Luftqualität extrem verschlechtert.
Beispiel: Wüstenbildung. Die pro Kopf der Erdbevölkerung verfügbare Ackerfläche verringert sich besorgniserregend. Durch Erosion, Versalzung oder Austrocknung (Wüstenbildung) sind nach Schätzung der Vereinten Nationen weit über eine Milliarde Menschen und etwa ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde betroffen. Die Uno hat deshalb das Jahr 2006 zum Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung proklamiert.
Beispiel: Artenschutz. Mehr als 30 Jahre nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen von 1973 findet nunmehr jährlich die Weltartenschutzkonferenz statt. Im Abschlussbericht der Konferenz in Bangkok (2006) wurde darauf verwiesen, dass heute rund zehn Prozent aller Vögel und rund 25 Prozent aller Säugetiere und Pflanzenarten bedroht sind. Laut WWF sind zurzeit 34000 Arten vom Aussterben bedroht.
Beispiel: Waldschäden. Im nationalen "Waldzustandsbericht 2005" der Bundesregierung heißt es, der Gesundheitszustand des Waldes bleibe weiterhin besorgniserregend. Noch mehr gilt dies für tropische Wälder. In Brasilien wurde allein im Jahr 2002 eine Fläche abgeholzt, die größer ist als das Land Hessen. In den letzten 30 Jahren sind insgesamt bald ein Viertel des brasilianischen Amazonasregenwaldes abgeholzt worden. Schreitet diese Entwicklung im gleichen Tempo fort, könnte in den nächsten 30 Jahren bald die Hälfte des größten Tropenwaldes der Erde zerstört sein.
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