INSM-Dossier Demografie

Deutschland altert, das ist bekannt. Was aber hat das für praktische Konsequenzen? Beispielsweise für das Zusammenleben zwischen Jung und Alt in diesem Land? Oder für die Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme? Und welche Auswirkungen hat dies für den Wirtschaftsstandort Deutschland? Wie können wir die Herausforderungen der Demografie meistern? Lesen Sie dazu mehr in diesem INSM-Dossier.

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International Internationales demografisches Wachstum

In Deutschland blicken alle darauf, was die demografische Entwicklung in unserem Land selbst für Probleme schafft. Dabei ist die globale Bevölkerungsentwicklung sehr viel dramatischer. 2050 werden 9,2 Milliarden Menschen auf der Welt leben – 2,5 Milliarden mehr als heute. Das zeigt ein neuer Uno-Bericht, der die bisherigen Prognosen nach oben korrigiert. Grund: Die Lebenserwartung wächst rasant. Weltweit wird sich die Zahl der über 60-Jährigen auf zwei Milliarden verdreifachen, heißt es in der neuen Prognose der Uno-Bevölkerungsabteilung.

Globale Bevölkerungsentwicklung: Lebenserwartung wächst
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Globale Bevölkerungsentwicklung: Lebenserwartung wächst
ältere Menschen

Rund 99 Prozent des heutigen Bevölkerungswachstums finden in Zukunft in den Entwicklungsländern statt. Dort wird die Bevölkerung von 5,4 auf 7,9 Milliarden Menschen anwachsen. In den Industrieländern dagegen bleibt sie bei etwa 1,2 Milliarden nahezu konstant. 2005 ging die Uno noch davon aus, dass die Industriestaaten fünf Prozent zum Bevölkerungswachstum beisteuern würden. Jetzt ist von einer Stagnation die Rede. Zwar gibt es beispielsweise in den USA steigende Einwohnerzahlen, was dort hauptsächlich auf Einwanderung zurückzuführen ist. Auch Ozeanien wächst nach Angaben des DSW moderat und wird bis 2050 um 50 Millionen Menschen reicher sein.

"Die kommenden Jahrzehnte", meint den auch Paul Hewitt, früher Direktor der Initiative "Global Aging" am "Centre for Strategic and International Studies" in Washington, werden "eine massive Migrationsbewegung aus diesen verarmten Regionen in ein sich entvölkerndes Europa erleben, dessen Wohlfahrtsstaaten nicht darauf eingerichtet sind, die Einkommensungleichheit abzufangen, die das mit sich bringt."

Denn diesen Zuwächsen stehen schrumpfende Einwohnerzahlen in Europa gegenüber. Dort geht die Bevölkerung laut den Prognosen bis 2050 um 67 Millionen Menschen zurück. 28 europäische Staaten, darunter Deutschland, könnten angesichts niedriger Geburtenraten schon heute ihren Bevölkerungsrückgang nur durch die Aufnahme von Migranten stoppen.

Ganz anders sieht es in der Dritten Welt aus. Vor allem die am wenigsten entwickelten Länder wachsen immer noch rasant. In den 50 ärmsten Ländern wird sich die Bevölkerung von 0,8 auf 1,7 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln. In Ländern mit junger Altersstruktur wie Afghanistan, Uganda, Niger oder dem Kongo wird sich die Bevölkerung in den nächsten 43 Jahren sogar verdreifachen. Während viele Industrienationen, allen voran Russland und Japan, schrumpfen werden, wird sich die Bevölkerung in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad und in Somalia bis 2050 beinahe verdreifachen.
In Uganda könnten dann sogar mehr als viermal so viele Menschen leben wie heute. Die beiden kleinen Länder Jemen und Malawi werden zusammengerechnet mehr Menschen haben als die riesige russische Föderation. Indien wird China bald schon als menschenreichstes Land der Welt überholen und bis Mitte des 21. Jahrhunderts eine halbe Milliarde Menschen hinzugewinnen.

Die durchschnittliche Geburtenrate in den Entwicklungsländern wird bis 2050 von heute 2,75 auf 2,05 Kinder pro Frau sinken. Zugleich steigt die durchschnittliche Lebenserwartung. Auch die Aids-Epidemie wird sich weniger stark auswirken als noch 2005 angenommen. Im besonders stark von Aids betroffenen südlichen Afrika ist die durchschnittliche Lebenserwartung von 62 Jahren in der ersten Hälfte der neunziger Jahre zwar auf derzeit 49 Jahre gesunken. Erst gegen 2045 wird die Lebenserwartung vermutlich wieder eine vergleichbare Höhe erreichen wie Anfang der neunziger Jahre.

Ein wichtiger Trend ist laut Uno die deutliche Alterung der Weltbevölkerung bis zur Jahrhundertmitte. Weltweit wird sich die Zahl der über 60-Jährigen bis dahin von 673 Millionen auf zwei Milliarden verdreifachen. In den Industrieländern wird sich der Anteil der über 60-Jährigen von einem Fünftel auf ein Drittel der Bevölkerung erhöhen - auf jedes Kind kämen damit zwei Menschen über 60.

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