INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer "Kurswechsel zur Sozialen Marktwirtschaft war erfolgreich"
Begrüßung des Geschäftsführers der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zur Vorstellung der Einheitsbilanz 20 Jahre nach dem Mauerfall am 21. August 2009 in Berlin.

- Zoom
- INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer
- INSM-Geschäftsführer Max A. Höfer
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Bilder vom 30. September 1989 von der Prager Botschaft und vom Fall der Mauer am 9. November sind immer wieder überwältigend. Die Sehnsucht nach Freiheit und die Freude, die Freiheit errungen zu haben, ist hier unmittelbar zu spüren.
Es ist der Verdienst dieser Menschen, dass wir hier heute stehen und eine Bilanz nach 20 Jahren ziehen können. Ich bewundere noch heute die Disziplin und Klugheit der Ostdeutschen auf diesem steinigen und gefahrenvollen Weg zur Einheit. Die Menschen erkämpften sich Freiheit, Demokratie und nicht zuletzt die Soziale Marktwirtschaft selbst.
Nicht nur die Amerikaner können sagen: Yes we can. Wir Deutsche können das auch.
Wir Deutschen brauchen uns diesbezüglich nicht zu verstecken. Das haben wir vor 20 Jahren eindrucksvoll der Weltöffentlichkeit gezeigt. Wir haben die Mauer eingerissen, schwierige Jahre überwunden und eine Kräftezehrenden Aufholjagd gemeistert. Das sollte uns allen genug Selbstvertrauen geben.
Wir Deutsche neigen allerdings zum Perfektionismus und zum Rumnörgeln und verlieren dabei manchmal den Blick auf das Wesentliche. Dabei geht dann häufig die Begeisterungsfähigkeit für das verloren, was wir wirklich erreicht haben. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat das Jahr 2009 zum Anlass genommen, für die beiden Jubiläen, 60 Jahre Grundgesetz und Soziale Marktwirtschaft und 20 Jahre Mauerfall, jeweils wissenschaftliche Wohlstandsbilanzen in Auftrag zu geben. Welchen Lebensstandard haben sich die Deutschen erarbeitet, auf welchem Niveau leben und arbeiten wir, welche Herausforderungen stellt die Zukunft ?
"Konzept der Sozialen Marktwirtschaft hat sein Grundversprechen gehalten"
Mit Blick auf 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland hat eine umfassende Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft gezeigt: Das noch in den 50er Jahren kontrovers diskutierte Ordnungsmodell der Sozialen Marktwirtschaft hat sein Grundversprechen gehalten - Wohlstand für alle. Diese beeindruckende Wohlstandsbilanz wurde bereits im Januar in einem Sonderheft der Wirtschaftswoche veröffentlicht.
Auch für das Jubiläum „20 Jahre Mauerfall“ wollten wir wissen: Was ist unserem Land, was ist den Menschen in Ost und in West in den 20 Jahren wirklich gelungen? Was noch nicht? Und woran müssen wir alle noch gemeinsam arbeiten?
Zwei renommierte Wissenschaftler haben unabhängig voneinander in ausführlichen Gutachten dazu Antworten geliefert. Ich bedanke mich bei Prof. Dr. Klaus Schroeder von der Freien Universität Berlin und Dr. Joachim Ragnitz vom ifo Institut Dresden. Ihre Zahlen, Ihre Fakten und Ihre Lagebeschreibung – Ihre Bilanz nach 20 Jahren Mauerfall beschreibt alles in allem eine respektable Erfolgsgeschichte – besonders wenn wir es mit unseren östlichen Nachbarländern vergleichen, die zwar auch Riesenschritte gemacht haben, aber nicht so gut dastehen wie die neuen Länder.
Natürlich bleibt noch genug zu tun. Reformen sind an vielen Stellen notwendig. Konsum- und Freizeitmöglichkeiten, die Arbeitsbedingungen, die Umweltqualität – die Bilanz zeigt eine „Wohlstandsexplosion“, wie Prof. Schroeder in seinem Gutachten schreibt, von der eben nicht einige wenige, sondern die überwiegende Mehrheit profitieren. Klar ist aber auch: der Kurswechsel von der sozialistischen Planwirtschaft zur Sozialen Marktwirtschaft verlangte eine extreme Veränderungsbereitschaft von den Menschen.
Ich freue mich, dass die Redaktion der SUPER illu auf Basis der beiden Gutachten ein Sonderheft zu 20 Jahren Mauerfall veröffentlicht hat. Die Redakteure haben die Zahlen sozusagen vor Ort überprüft und eigene Geschichten dazu geschrieben. Das ist ihnen sehr gut gelungen. Und dazu wird Ihnen Herr Wolff noch einige Worte sagen.
INSM
Das Reformportal

