Bildung Wer erhält wo welchen Kredit?
Banken, Stiftungen und Investoren bieten Studenten eine Reihe von Finanzierungsmodellen an, um ohne elterliches Portemonnaie oder Nebenjob durchs Studium zu kommen. Für jedes Bedürfnis ist etwas dabei.
Für Studenten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich die Studiengebühren, ein Teil des Studiums oder auch nur einen neuen Computer finanzieren zu lassen. Jede ist anders und speziell zugeschnitten. Wir stellen Ihnen sechs Finanzierungs-Modelle vor.
Kredite zur Deckung der Studiengebühren

- Zoom
- Kredite decken Studiengebühren
- ein junger Mann sitzt in einem gebastelten Häuschen
Über ihre Förder- beziehungsweise Landes-Banken bieten alle Bundesländer, die Studiengebühren einführen, diese Kredite an. Sie wurden extra geschaffen, um auch Studenten aus sozial schwachen Familien trotz der Gebühren ein Studium zu ermöglichen. Dabei fließen die Gelder direkt von der Bank an die Hochschule. Die Vorteile: Jeder Student hat Anspruch auf ein solches Darlehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern und seiner Bonität. Bafög-Empfänger müssen zudem nur bis zu einer bestimmten Grenze ihre Schulden aus Bafög und Darlehen zurückzahlen. Die Regelungen im Einzelnen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.
Studienkredit
Die KfW-Bank und zahlreiche Privatbanken bieten Studienkredite an. Höhe, Dauer und Konditionen der Darlehen sind dabei unterschiedlich. Diese Kredite sind nicht zur Finanzierung eines kompletten Studiums gedacht. Sie helfen vor allem Studenten, die gerade in der Prüfungsphase stecken und nicht jobben können. Sie sollten sich gerade vor der Kreditaufnahme bei Privatbanken genau über die Konditionen informieren.
Stipendien
Derzeit bekommen nur rund zwei Prozent der etwa 1,8 Millionen Studenten in Deutschland ein Stipendium. Vergleicht man uns mit dem Ausland, ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem beherbergt die Bundesrepublik schon über 3700 Stiftungen, die Stipendien vergeben. Tendenz steigend. Ausschlaggebend für die Bewilligung ist neben guten Noten vor allem gesellschaftliches Engagement. Gezahlt werden je nach Einkommen der Eltern bis zu 525 Euro pro Monat plus 80 Euro Büchergeld. Dazu gibt es eine ideelle Förderung durch Seminar-Angebote seitens der Stiftungen und Kontakte. Ein Versuch lohnt sich. Denn das Stipendium muss nicht zurückgezahlt werden.
Bafög
Der Klassiker unter den Studienfinanzierungen. Anspruchsberechtigten Studenten steht in der Regelstudienzeit ein Förderhöchstsatz von 585 Euro pro Monat als zinsloses Darlehen zur Verfügung. Darauf angerechnet werden das eigene Einkommen und Vermögen sowie das Einkommen der Eltern. Erst fünf Jahre nach Ende des Studiums müssen die Empfänger dann beginnen, die Hälfte des erhaltenen Bafög zurückzuzahlen.
Bildungskredit
Die KfW-Förderbank gewährt ab der bestandenen Zwischenprüfung einen sogenannten Bildungskredit. Studenten bekommen dabei bis zu 300 Euro pro Monat für maximal zwei Jahre. Für einmalige Investitionen, etwa einen neuen Computer, gibt es bis zu 1800 Euro. Die Rückzahlung beginnt nach Ende des Studiums. Wer das Geld nicht zahlen kann, für den springt der Bund ein. Das Bundesverwaltungsamt versucht aber, sich das Geld wiederzuholen. Der Bildungskredit eignet sich vor allem, um das Studium am Ende in Ruhe zum Abschluss zu bringen.
Bildungsfonds
Für Geld aus diesen speziellen Fonds müssen sich Studenten in strengen Auswahlverfahren durchsetzen. Haben sie Erfolg, bekommen sie als Darlehen feste Beiträge für Lebenshaltungskosten und manchmal auch Geld für das komplette Studium. Im Gegenzug verpflichten sich die Geförderten, nach dem Studium das Darlehen einkommensabhängig in den Fonds zurückzuzahlen. Der Vorteil dieses Darlehens sind die günstigen Konditionen. Durch die hohen Einstiegshürden bekommen aber vor allem Studenten aus Fächern mit guten Karrierechancen diese Kredite.
(Zusammengestellt mit Material der Verbraucherschutzzentrale NRW)
Jan Loleit
INSM
Das Reformportal


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