Bildung Prominente Stimmen zum Thema
Abschreckend. Sinnvoll, Nicht zeitgemäß: Grass, Merkel, Hoëcker und ihre Meinungen zu Studiengebühren.
Günter Grass
iteraturnobelpreisträger, am 04. Februar 2004 in Lübeck: "Wenn jemand die Studienzeit überzieht und die Universität als einen windstillen Ort ansieht, an dem er sich wohl fühlen kann, sollte man von einer gewissen Zeit an Studiengebühren fordern."
Claudia Roth
Bundesvorsitzende der Grünen, in einer Pressemitteilung vom 07. Juni 2005: "Internationale Erfahrungen, beispielsweise in Österreich, zeigen, dass die Einführung von Studiengebühren die Bereitschaft zum Studieren senkt. Wir können es uns nicht erlauben, das Studium vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen. Im Gegenteil, wir wollen die Zahl der Studierenden weiter erhöhen."
Wolfgang Franz
Wirtschaftsforscher, am 12. April 2006 im "Deutschlandradio": "Das derzeitige System ist eine Umverteilung von unten nach oben, einfach deshalb, weil Arbeiterhaushalte, die das Studium von Kindern begüterter Einkommensschichten mitfinanzieren. Und deshalb wundere ich mich, warum gerade aus der Verteilungsgerechtigkeit her man gegen Studiengebühren sein kann."
Bernhard Nagel
Wirtschaftsrechtler, am 7. Juni 2006 in Kassel: "Durch Gebühren wird kein Euro mehr in die Hochschulen fließen. Es wird nur dazu führen, dass der Finanzminister die Zuweisungen an die Hochschulen reduzieren wird. Das ist jedenfalls die Erfahrung aus allen Ländern, die Studiengebühren eingeführt haben."
Angela Merkel
Bundeskanzlerin (CDU), am 13. September 2006 auf "n-tv": "Der, der Spitzenqualität hat, der kann zufrieden sein, andere müssen nachholen. Dieser Gedanke des Wettbewerbs, dass Studenten sich aussuchen können, wo sie studieren, dass wir Studiengebühren schaffen, der wird Deutschlands Bildungsniveau nach oben bringen."
Annette Schavan
Bundesbildungsministerin (CDU), am 12. Juli 2006 in der "Welt": "Das Gratisstudium für künftige Akademiker ist ein Privileg, das nicht zeitgemäß ist."
Bernhard Hoëcker
TV-Comedian, am 02. August 2006 bei "Spiegel Online": " Noch nie habe ich ein schlüssiges Argument gegen Gebühren gehört. Sozial Schwache werden nur vorgeschoben. Warum nicht jedem, sagen wir, 700 Euro geben und dann pro Student sozial abgefederte Gebühren erheben? Ich hätte sicher mit Gebühren ernsthafter, sinnvoller, mehr in meinem und im Interesse der Uni studiert."
Immanuel Fick
Studentenvertreter, am 7. Juni 2006 in Gießen: "Durch Studiengebühren wird die soziale Auslese im Bildungswesen weiter zugespitzt. Im Moment haben wir doch schon die Situation, dass nur zwölf Prozent aus finanziell ärmeren Schichten studieren. Und wenn man sich jetzt durch ein Studium auch noch verschulden soll, dann kann man sich vorstellen, was das für eine abschreckende Wirkung gerade auf junge Leute aus ärmeren Schichten hat."
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