INSM-Eltern-Studie Kostenloser Kindergarten rechnet sich

Investitionen in kostenlose Kindergartenplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren zahlen sich aus, so eine Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die die Zeitschrift ELTERN, im Rahmen einer Pressekonferenz exklusiv veröffentlicht hat.

Nach den im INSM-Auftrag entstandenen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist der zusätzliche Finanzbedarf von rund 3,6 Milliarden Euro für die flächendeckende Bereitstellung kostenloser Halbtagesplätze langfristig voll zu kompensieren. 

Kinder
  • Förderung in der Lebensphase zwischen 3 und 5 Jahren

Pädagogik-Experten wie Professor Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin und Berater der INSM, warnen seit langem vor einer Zunahme der Bildungsarmut in Deutschland. Die Probleme entstehen bereits im frühkindlichen Alter. Fehlende Förderung in der Lebensphase zwischen 3 und 5 Jahren hinterlässt Defizite, die später kaum noch aufholbar sind. Deshalb macht sich die INSM für bessere Kindergärten stark, die zudem flächendeckend kostenlos sein sollten. Im Auftrag der Initiative erarbeiteten Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln die Studie "Nutzen und Kosten eines kostenlosen Kindergartens für alle Kinder zwischen 3 und 6". 

Autor Dr. Axel Plünnecke, wissenschaftlicher Berater der INSM: "Kindergärten in Deutschland müssen nicht nur besser, sie müssen auch besser besucht werden. Doch viele Verbesserungsvorschläge werden - oft mit Hinweis auf die Kosten - nicht umgesetzt. Unsere Studie zeigt aber, dass sich Investitionen in die frühkindliche Bildung bereits nach wenigen Jahren wieder einspielen."

Die INSM-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Bereitstellung zusätzlicher Betreuungsplätze und die Höherqualifizierung der Erzieher und Erzieherinnen den Staat jährlich rund 1 Milliarde Euro kosten. Die Abschaffung der Elternbeiträge schlägt mit etwa 2,6 Milliarden Euro p. a. zu Buche. Damit ergibt sich insgesamt ein Finanzbedarf von ca. 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten werden mittel- und langfristig wieder eingespielt. Wenn deutlich mehr Kinder vorschulische Bildung in gleichzeitig besseren Kindergärten erfahren, fallen künftig deutlich weniger Kosten für teure Nachschulungen und berufsvorbereitende Maßnahmen an. Die INSM-Studie rechnet hier mit einer Entlastung von mindestens 1 Milliarde Euro jährlich.

Dank besserer Betreuungs-Infrastruktur ist außerdem mit einer steigenden Frauenerwerbstätigkeit zu rechnen - und entsprechend mit steigenden Steuereinnahmen. Darüber hinaus wird durch bessere Qualifizierung die Jugenderwerbstätigkeit zunehmen. Auch daraus ergeben sich positive steuerliche Effekte. Durch eine Herabsetzung des Einschulungsalters um ein Jahr könnte der Staat schließlich etwa 2,9 Milliarden Euro jährlich einsparen.

INSM und Eltern machen sich zudem stark für bundesweit geltende Bildungsstandards in allen Kindergärten, "denn diese dürfen Kinder nicht nur aufbewahren sondern müssen Kinder wesentlich gezielter als bisher fördern", so Axel Plünnecke. Er fordert unter anderem, dass Erzieherinnen eine Hochschulausbildung erhalten, "wie sie in allen OECD-Ländern außer Deutschland und Österreich selbstverständlich ist".

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