Bitte aktualisieren sie ihren Browser, dass diese Webseite korrekt angezeigt wird.

Aktuelle Fotos
der INSM
Alle Fotos

Feed konnte nicht
geladen werden

05. Mai 2014

Studie zu Rente
Höheres Rentenniveau und niedrigere Beiträge durch längeres Arbeiten

24 0 5

Aus Sicht der INSM verlangt die Generationengerechtigkeit eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) belegt: Mit einer solchen Regelung würde das Rentenniveau zwischen 2030 und 2060 um 0,6 Prozentpunkte höher ausfallen. Die Beitragszahler würden um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte entlastet.  

„Wir müssen bereits heute an die Zukunft denken. Das Renteneintrittsalter muss auch nach 2030 an die steigende Lebenserwartung angepasst werden. Die Beschäftigung von Arbeitnehmern, die über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten wollen, sollte schon jetzt erleichtert werden“, erklärt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM.

Durch die von der Bundesregierung geplante Mütterrente und Rente mit 63 wird bis 2035 ein genau gegenteiliger Effekt erzielt. Das Rentenniveau wird um durchschnittlich 1,5 Prozent niedriger ausfallen. Gleichzeitig erhöht sich der durchschnittliche Beitragssatz in diesem Zeitraum um 1,6 Prozent. Die Forscher von DIW und MEA haben die Auswirkungen der Mütterrente und der Rente mit 63 auf das Rentenniveau, die Beitragssätze, und die Nettoeinkommen der Haushalte sowie die Beschäftigungseffekte der Rentenbeitrags-änderung berechnet. Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit Daten einer Stellungnahme der Deutsche Rentenversicherung zur Bundestagsanhörung.

Infolge höherer Rentenbeiträge durch die Mütterrente und die Rente mit 63 berechnen die Wissenschaftler des DIW und des MEA je nach Annahme den Wegfall zwischen 10.000 und 50.000 Vollzeitstellen (0,04 bzw. 0,18 Prozent der rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer). Die Forscher rechnen darüber hinaus mit beträchtlichen Frühverrentungseffekten durch die Rente mit 63. Anfänglich könnten bis zu 145.000 Beschäftigte die Rente mit 63 beanspruchen und aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden.

„In Zeiten knapper werdender Fachkräfte und steigender Lebenserwartung ist die Rente mit 63 ein falsches Signal“, resümiert Dr. Michela Coppola, Leiterin des Bereichs Alterssicherung und Sozialpolitik am MEA.

„Das Rentenpaket verstößt gegen die Generationengerechtigkeit. Die Jüngeren trifft das doppelt: erst durch höhere Beiträge und später durch schmerzhaft geringere Rentenzahlungen“, so Pellengahr. Die gesetzliche Regelung, nach welcher der Beitragssatz bis zum Jahr 2030 die Marke von 22 Prozent nicht überschreiten darf, wird von der Mütterrente und der Rente mit 63 in ernste Gefahr gebracht. Ein Anstieg auf über 22 Prozent wird sehr wahrscheinlich. Auch das Rentenniveau droht deutlich unter das gesetzlich festgelegte Niveau von 43 Prozent zu sinken.

Für die Arbeitnehmer bedeutet der höhere Beitragssatz eine Minderung der Nettoeinkommen von 1,6 Milliarden bis 2,4 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei werden vor allem die mittleren Einkommen überdurchschnittlich belastet.

Pressekontakt
Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174; hennet@insm.de