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05. Okt 2016

Studie zu Rentenniveau
Vierköpfige Familie müsste fast 1.000 Euro mehr zahlen

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Mit irreführenden Behauptungen wird derzeit Stimmung gegen die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) gemacht. Gewerkschaften fordern, das Rentenniveau nicht länger dem demografischen Wandel anzupassen, sondern es auf dem heutigen Stand zu halten oder sogar anzuheben. Dazu müssten die Rentenbeiträge deutlich steigen – die INSM hat die finanziellen Folgen berechnen lassen.

Die Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent würde eine vierköpfige Familie zusätzlich mit etwa 980 Euro im Jahr 2030 belasten. Ein kinderloser Single müsste jährlich rund 480 Euro mehr in die Rentenkasse zahlen, als es bei der derzeitigen Gesetzeslage nötig wäre. Das sind Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Im Auftrag der INSM haben die Wissenschaftler die Nettoeinkommenseffekte für repräsentative Haushaltstypen berechnet. Im ersten Szenario wird das Rentenniveau auf dem heutigen Stand von etwa 47,5 Prozent belassen, im zweiten auf 50 Prozent angehoben. Für die Beitragszahler (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) würde das zu Beitragssatzanhebungen bis 2030 auf rund 23,5 Prozent, beziehungsweise 25 Prozent führen. Im sogenannten Status-quo-Szenario, bei dem die derzeitige Gesetzeslage unverändert bliebe, würde der Beitragssatz bis 2030 hingegen nur auf 21,5 Prozent ansteigen und das Rentenniveau auf 44,6 Prozent sinken.

Je nach Haushaltskonstellation ergeben sich aus den höheren Beitragssätzen zusätzliche Belastungen (erhöhter Arbeitnehmerbeitrag abzüglich Steuerersparnis aufgrund höherer Vorsorgeaufwendungen) für die Beitrags- und Steuerzahler (siehe Grafik unten).

Nach Meinung von Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, widerspricht die Anhebung des Rentenniveaus dem Prinzip einer generationengerechten Rentenpolitik: „Wer das Rentenniveau anhebt, belastet die Beitragszahler mit 500 bis 1.000 Euro pro Jahr. Auch Alleinerziehende und Familien mit Kindern müssten bei ihren Nettoeinkommen erhebliche Einbußen verkraften. Das Bittere dabei: die tatsächlich von Altersarmut Betroffenen hätten von der Anhebung nichts.“ Pellengahr weiter: „Auch eine sogenannte Haltelinie unterhalb des derzeitigen Rentenniveaus würde die Beitragszahler in zwanzig Jahren zweistellige Milliardensummen kosten. Verlässliche Haltelinien sichert man nicht mit Gesetzen, sondern mit guter Arbeitsmarktpolitik und durch eine schrittweise Anhebung des Rentenalters.“