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31. Mai 2016

Allensbach-Studie
Vor dem digitalen Zeitalter muss niemand geschützt werden

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Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat längst begonnen. Aber sie bereitet den Beschäftigten kaum Sorgen. Im Gegenteil: Die klare Mehrheit sieht darin für sich vor allem Vorteile. Noch wichtiger: Drei Viertel sehen sich den künftigen Anforderungen gut gewachsen. Darüber, ob der Gesetzgeber deshalb besser die Füße stillhalten sollte, wurde heute in Berlin diskutiert.

Die Mehrheit der Berufstätigen begrüßt die Veränderungen der Arbeitswelt durch das Internet und digitale Technologien. Lediglich neun Prozent sehen darin überwiegend Nachteile. Während jeder Zweite die Erfahrung gemacht hat, dass durch die Digitalisierung Arbeitsabläufe schneller geworden sind und jeder Vierte von gestiegener Effektivität berichtet, fühlen sich nur sieben Prozent häufiger überfordert. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Offensichtlich begegnen die meisten Deutschen der Digitalisierung mit weniger Skepsis als anderen Veränderungsprozessen, was vermutlich mit positiven Erfahrungen zusammenhängt. Laut IfD Allensbach "sind innerhalb der letzten neun Jahre die Befürchtungen und Sorgen hinsichtlich der Entwicklung des eigenen Betriebs deutlich zurückgegangen". Entsprechend gelassen sieht die große Mehrheit in Deutschland ihre eigene berufliche Zukunft. Während 75 Prozent sich den zu erwartenden Anforderungen gut gewachsen sehen, machen sich nur 17 Prozent Sorgen vor einer Überforderung. Insgesamt befürchten nur neun Prozent aller Arbeitnehmer, ihren Arbeitsplatz im Zuge der Digitalisierung zu verlieren. "Zweifelsohne tragen die robuste Konjunktur und Arbeitsmarktsituation dazu bei, dass Arbeitnehmer die Veränderungen der Arbeitswelt gelassen sehen und sich wenig Sorgen um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes machen", so Prof. Dr. Renate Köcher, Geschäftsführerin des IfD.

Und was bedeutet das für den Gesetzgeber? Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM, ist überzeugt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer schon jetzt am besten wissen, wie sie sich auf den digitalen Wandel einstellen müssen. "Solange die Digitalisierung keine zusätzlichen Probleme bereitet, braucht es auch keine zusätzlichen Gesetze und Verordnungen. Das digitale Zeitalter ist keine Bedrohung, sondern eine Chance, die wir nicht durch vorauseilende Regulierung verspielen dürfen", so Pellengahr.

Ganz ähnlich sah das heute auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber (MdB). Er meint, die Bundesregierung sei bei der "Digitalen Agenda" auf einem guten Weg. Tauber: "Wir als CDU setzen auf die Chancen der Digitalisierung, um unseren Wohlstand zu sichern. Dafür brauchen wir nicht alles bis ins Letzte zu regeln, sondern nur so viel, dass fairer Wettbewerb möglich ist."

Jörg Asmussen (SPD), ehemaliger Staatssekretär im Bundesfinanz- und Bundesarbeitsministerium, rechnet durch die Digitalisierung mit grundlegenden Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft. „Die Digitalisierung ist gemeinsam mit dem demografischen Wandel, den beiden großen Ds, einer der Megatrends. Die Arbeitswelt wird sich deutlich verändern, die Arbeit 4.0 bringt Flexibilitätsgewinne für Arbeitnehmer wie für Unternehmen. Es liegt an uns, die Chancen zu nutzen und politisch die Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit zu gestalten."