Deutschland-Check März 2010 Umfrage: Jobgarantie wichtiger als Lohnerhöhung
Für eine Jobgarantie sind mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland zu finanziellen Opfern bereit. Das ergab eine repräsentative Umfrage der IW Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche.
- Ein sicherer Job ist vielen Arbeitnehmern wichtiger als mehr Lohn. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag von INSM und WirtschaftsWoche im März 2010.
32,3 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind bereit zu einer Nullrunde, wenn dadurch ihr Arbeitsplatz für die nächsten zwölf Monate gesichert werden kann. Weitere 14,2 Prozent würden kürzer zu arbeiten und dabei Lohneinbußen hinnehmen.
10,3 Prozent würden sogar Lohnkürzungen bei gleicher Arbeitszeit hinnehmen. Nur knapp ein Fünftel der Arbeitnehmer (18 Prozent) ist nicht bereit, für eine Beschäftigungsgarantie einen Verzicht zu leisten.
Laut der repräsentativen Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmern sind jüngere eher als ältere Beschäftigte bereit, kürzer zu treten und etwa bis zu 10 Prozent Einkommenseinbußen bei gleicher Arbeitszeit für eine Jobgarantie hinzunehmen.
Auch sind vergleichsweise gut gebildete Arbeitnehmer mit Abitur oder Fachhochschulreife am ehesten zu einem Verzicht auf mehr Einkommen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bereit.
„Die Arbeitnehmer sind momentan weniger an höheren Löhnen als vielmehr an sicheren Jobs interessiert“, sagt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. „Damit bestätigt die Umfrage, was die jüngsten Tarifabschlüsse in Deutschland ergeben haben. Es war richtig, dass die Tarifpartner der Beschäftigungssicherung oberste Priorität eingeräumt haben“, so Pellengahr.
Maßnahmen zur Stützung des Arbeitsmarktes stehen im März im Mittelpunkt der Dauerstudie „Deutschland-Check“, mit der INSM und WirtschaftsWoche monatlich die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bewerten. Für den „Deutschland-Check“ hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln einen Index entwickelt, der die Entwicklung des Wirtschaftswachstums und das Arbeitsmarktes auf einen Blick abbildet.
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