Bitte aktualisieren sie ihren Browser, dass diese Webseite korrekt angezeigt wird.

Aktuelle Fotos
der INSM
Alle Fotos

Feed konnte nicht
geladen werden

19. Okt 2012

Ökonomenumfrage
Zuschussrente untergräbt Rentenversicherung

6 30 1

Die Zuschussrente ist nach Expertenmeinung nicht das geeignete Mittel, um einer möglichen Altersarmut zu begegnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Wirtschaftswissenschaftlern, die von der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche (WiWo) durchgeführt wurde.

Zuschussrente geringe Zustimmung
  • Für eine Großansicht auf die Grafik klicken

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat vor Kurzem die Zuschussrente in die politische Debatte eingebracht. Von den 78 Ökonomen, die an der Umfrage teilgenommen haben, bewertet eine Mehrheit von 52 Wirtschaftswissenschaftlern die Zuschussrente als nicht adäquaten Lösungsansatz. „Die Rentenversicherung ist der falsche Ort, um Verteilungsfragen zu klären“, so INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr, „Die Zuschussrente torpediert die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung und bürdet der jungen Generation weitere Lasten auf.“ 

Prof. Dr. Andreas Freytag, Universität Jena, der an der Umfrage teilgenommen hat, stellt fest: „Die Zuschussrente kann die Fehler in der Bildungs-, Integrations- und Arbeitsmarktpolitik nicht korrigieren, die in erster Linie zur Altersarmut beitragen. Die Zuschussrente dient der Ministerin lediglich als Vehikel für politische Aufmerksamkeit.“  

Sollte sich die Politik dennoch für den Weg der Umverteilung entscheiden, dann müsste nach Meinung der Experten eine Erhöhung der Lohnnebenkosten verhindert werden. Von den Befragten sprechen sich in diesem Fall 57 Experten für eine steuerfinanzierte Aufstockung aus. Dagegen vertreten nur 14 Ökonomen die Ansicht, dass die Aufstockung von niedrigen Renten durch Beiträge aus der Rentenversicherung finanziert werden sollte. 

Zentrales Element der Zuschussrente ist die Aufweichung des Äquivalenzprinzips und bedeutet, dass ein Euro Beitrag eines Geringverdieners zu höheren Rentenzahlungen führen würde, als ein Euro Beitrag eines Durchschnittsverdieners. Der Rentenexperte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Universität Freiburg, sagt zu dem Konzept der Zuschussrente: „Ein Bruch mit den Regeln von Alterssicherung und Grundsicherung!“ 

Grundsätzlich ist unter den befragten Ökonomen umstritten, ob das Armutsrisiko im Alter in Zukunft steigen wird. Während 48 Experten ein höheres Armutsrisiko im Alter wahrnehmen, sehen 30 keine zunehmende Bedrohung durch Altersarmut.  

Ebenso geteilt ist die Beurteilung der bestehenden Instrumente, zur Einkommenssicherung im Alter, zum Beispiel die staatliche Förderung betrieblicher und teilweise privater Vorsorge. Von 45 Befragten werden diese als nicht ausreichend angesehen. Gegenteiliger Meinung sind 32. 

Die gesamte Umfrage inklusive Grafiken finden Sie unter www.deutschland-check.de.

Rückfragen:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Florian von Hennet, Tel. 030-27877-174, hennet@insm.de

Weitere Informationen