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Vollbeschäftigung

Vollbeschäftigung liegt vor, wenn es mehr offene Stellen gibt als Bürger, die Arbeit suchen. Politik und Wissenschaft gehen allerdings davon aus, dass viele Arbeitsuchende auch in einer solchen Situation etwas Zeit brauchen, um eine passende neue Stelle zu finden. Daher werden einige Bürger selbst unter optimalen Bedingungen vorübergehend keine Beschäftigung haben. Die Wissenschaft spricht hier von friktioneller Arbeitslosigkeit, weil sie durch Schwierigkeiten (Friktionen) bei der Jobsuche hervorgerufen wird. Sie ist der Grund, weshalb Vollbeschäftigung nicht mit einer Arbeitslosenquote von Null gleichgesetzt wird, sondern schon bei 2 bis 4 Prozent erreicht ist.

Deutschland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung?

Mit einer Arbeitslosenquote von über 7 Prozent ist die Bundesrepublik derzeit noch weit entfernt von Vollbeschäftigung. Einzelne Regionen haben das Ziel aber bereits vor Augen: Bayern etwa hatte Anfang 2011 eine Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent, Baden-Württemberg kam auf eine Quote von 4,7 Prozent. Auch auf bestimmten Berufsfeldern kann Vollbeschäftigung herrschen. In den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen, zu denen beispielsweise Ingenieure und Informatiker zählen, fehlen mittlerweile sogar Arbeitskräfte. So überstieg nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Ende 2010 die Zahl der offenen Stellen die Zahl der Arbeit suchenden Naturwissenschaftler und Techniker um knapp 100.000.

Vollbeschäftigung in der Wirtschaftspolitik

Deutschland hat die Vollbeschäftigung im sogenannten Stabilitätsgesetz als wichtiges Ziel der Wirtschaftspolitik verankert. Weitere Ziele sind Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und angemessenes Wirtschaftswachstum. Die vier Ziele werden oft als „magisches Viereck“ der Wirtschaftspolitik bezeichnet. Das Attribut „magisch“ deutet an, dass sich die Ziele in der Regel nicht gleichzeitig erfüllen lassen.

Harmonisierte Arbeitslosenquoten 2009

Niederlande 3,4
Schweiz 4,4
Österreich 4,8
Japan 5,1
Australien 5,6
Dänemark

6,0

Deutschland

7,5

Vereinigtes Königreich 7,6
Italien 7,8
Belgien 7,9
Kanada 8,3
Schweden 8,3
OECD-Durchschnitt 8,3
USA 9,3
Frankreich 9,5
Irland 11,9
Spanien 18,0

Quelle: OECD

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