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Shareholder Value

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Grafik: Anteil der durch Ausländer gehaltenen Aktien in Deutschland

Als Shareholder-Value-Konzept bezeichnet man eine Form der Unternehmensführung, die zum Ziel hat, durch eine ausgeprägte Rendite-Orientierung den Eigentümerwert (Marktwert des >Eigenkapitals) zu steigern (s. auch >Unternehmensgewinn). Bei börsennotierten Aktiengesellschaften soll eine solche Strategie in Form von Dividendenzahlungen und Kurssteigerungen zu einem hohen Ertrag des Vermögens führen, das die Aktionäre (Shareholder) dem >Unternehmen zur Verfügung gestellt haben.

Alternativ ist eine Stakeholder-Orientierung der Unternehmensführung denkbar, die zahlreiche Interessen von Anspruchsgruppen (Stakeholdern) berücksichtigt, wie etwa Arbeitnehmer, Banken, Kunden, Lieferanten, den Staat bis hin zur breiten Öffentlichkeit. Diese Zielvorgabe ist jedoch weniger klar und gibt dem Management grundsätzlich gewisse Spielräume, nicht im Interesse der Aktionäre und anderer Kapitalgeber zu handeln.

Traditionsgemäß herrscht in Deutschland, Kontinentaleuropa und Japan eher eine Stakeholder-, in den USA und Großbritannien eher eine Shareholder-Value-Orientierung. Im Verlauf der neunziger Jahre hat sich allerdings auch in der ersten Ländergruppe ein Wandel zu einem stärkeren Shareholder-Value-Denken ergeben. Wesentlich dazu beigetragen hat, dass deutsche Unternehmen sich verstärkt am internationalen Finanzmarkt Geld beschafft haben und so stärker angelsächsischen Standards genügen mussten. So hat sich der Anteil ausländischer Besitzer am Bestand der Aktien in Deutschland von 8,2 Prozent im Jahr 1995 auf inzwischen 16,8 Prozent im Jahr 2004 erhöht. Noch eindrucksvoller ist die Bedeutung des Auslands bei den Aktienemissionen. Im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2004 ist fast ein Viertel der neu herausgegebenen Aktien in Deutschland von Ausländern erworben worden.

In der Folge haben vor allem Aktiengesellschaften ihre Betriebsorganisation effizienter gestaltet, etwa durch Lean Management, Konzentration auf die Kernkompetenz, Outsourcing und eine stärkere Internationalisierung. Dies spiegelt sich in einem Anstieg der Börsenindizes, der seit 1995 in den großen Staaten Kontinentaleuropas sogar stärker ausgefallen ist als in den USA und Großbritannien.

In der Öffentlichkeit wird häufig kritisiert, die Shareholder-Value-Orientierung führe zu einer zu starken Ausrichtung des Managerverhaltens an der kurzen Frist und trage zu steigender >Arbeitslosigkeit bei.

 

  • Der erste Vorwurf lässt sich schon durch einen Verweis auf das Berechnungskonzept des Shareholder-Value entkräften, das zukünftige Perioden explizit mit einbezieht. Somit führen auch Erfolg versprechende Investitionen, die längerfristig angelegt sind, zu einer Steigerung des Eigentümerwertes und damit in der Regel auch zu Börsenkurssteigerungen.
  • Ein Blick auf die USA zeigt, dass die dort übliche Shareholder-Value-Orientierung in den neunziger Jahren mit einem Anstieg der Beschäftigung von mehr als 10 Prozent einhergegangen ist (s. Grafik). An der New Yorker Börse notierte Aktiengesellschaften, bei denen das Shareholder-Value-Denken besonders stark ausgeprägt sein dürfte, haben rund 14 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen. Dieses Bild bleibt auch bestehen, wenn man die Beschäftigung steigernden Effekte von Fusionen weitgehend ausklammert und auf die sich überdurchschnittlich entwickelnden Unternehmen blickt. Wenn in Deutschland die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, so liegt das vor allem an schwierigen Standortbedingungen (siehe >Standortfrage) und einem unflexiblen Arbeitsmarkt. (Ma)

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