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New Economy

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Grafik: Folgen der New Economy

Die Neue Ökonomie (New Economy) schien vorüber zu sein, noch bevor sie recht begonnen hatte. Der Absturz der Technologiebörsen weltweit steht dafür als Symbol. Doch die New-Economy-Branche ist größer als die Börsenmärkte für innovative Unternehmen. Letztlich gehören alle Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Informations- und Kommunikationstechnik (IuK-Technik) dazu, also Anbieter von Computern, Software und Mobiltelefonen, wie auch von E-Business und Internet-Diensten. Doch auch die EDV-Spezialisten in den Unternehmen - ganz gleich in welcher Branche - dürfen nicht außen vor bleiben. Offizielle Statistiken, die auch dies erfassen, gibt es nicht. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln schätzt, dass etwa 6 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland New-Economy-Fachkräfte sind.

Zuweilen wird ein Gegensatz zu Firmen aus etablierten Branchen gesehen, die der so genannten "Old Economy" zugerechnet werden. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Denn man kann die New Economy auch als gesamtwirtschaftliches Phänomen betrachten. Demnach handelt es sich bei der IuK-Technik um eine grundlegende Innovation, die den Umgang mit dem Produktionsfaktor Information billiger macht und in der gesamten Wirtschaft tiefe Spuren hinterlässt (Informationsgesellschaft). Erst wenn auch traditionelle Branchen die neuen Techniken annehmen und ihre Produktions- und Arbeitsprozesse verändern - neue und alte Ökonomie also Hand in Hand gehen -, kann sich die Wirkung der Basisinnovation voll entfalten: die Wirtschaft wird leistungsfähiger, die Produktivität steigt und mit ihr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Als weitere Triebkräfte der Neuen Ökonomie werden unter anderem Globalisierung, ein gut ausgebildetes Humankapital, eine attraktive Forschungslandschaft, flexible Arbeits-, Produkt- und Kapitalmärkte (Deregulierung) und eine adäquate Geld- und Finanzpolitik (Stabilisierungspolitik) angesehen.

Eine solche Form der New Economy ließ sich in den USA in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrzehnts beobachten. Das Produktivitätswachstum der Wirtschaft beschleunigte sich von rund 1,5 Prozent in den zwei Dekaden zuvor auf etwa 2,5 Prozent pro Jahr zwischen 1995 und 2000 (Grafik), wobei sich das Gros der Erhöhung auf den rapiden IuK-Fortschritt und die starken IuK-Investitionen der Unternehmen zurückverfolgen lässt. Die Zeit seit der Jahrtausendwende deutet darauf hin, dass die New Economy in den USA alles andere als ein Strohfeuer war. Bemerkenswert ist, dass das Produktivitätswachstum auch nach dem Jahr 2000 - also in der Rezession wie auch in der nachfolgenden Erholungsphase - sich nicht verlangsamt hat. Es hat sogar noch merklich auf gut 3,3 Prozent an Tempo zugelegt. Die New Economy in den USA ist also folglich weiterhin ein aktuelles Phänomen.
Demgegenüber zeigen sich in Europa, mit Ausnahme von Irland und einigen skandinavischen Ländern, bislang nur geringe Anzeichen für eine Erhöhung des Produktivitätsfortschritts, wenngleich auch hier die IuK-Beiträge zum Wirtschaftswachstum etwas größer geworden sind. (Ma)
 

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