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Mittelstand(SPD)

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Grafik: Bedeutung des Mittelstandes

Mittelständische Unternehmen dominieren die deutsche Wirtschaft. Je nach gewählter Abgrenzung sind in Deutschland 99,6 bis 99,8 Prozent der Unternehmen dem Mittelstand zuzurechnen, wenn man die Kleinbetriebe mit einschließt. Auch bei der Zahl der Beschäftigten dominiert der Mittelstand. Insgesamt arbeiten hier mit ca. 21 Millionen mehr als 78 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Für die der Ausbildung spielt der Mittelstand sogar eine noch stärkere Rolle; acht von zehn Auszubildenden werden hier qualifiziert. Bei Investitionen und Umsatz erreicht der Mittelstand allerdings nicht einmal die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Leistung, da die Großunternehmen mehr Kapital einsetzen und produktiver sind. Ein klares Defizit weist der Mittelstand bei Innovationen sowie Forschung und Entwicklung (FuE) auf.´

Die definitorische Abgrenzung des Mittelstands wird nicht einheitlich gehandhabt. In Deutschland gilt ein Unternehmen als Mittelständler, wenn es

  • weniger als 500 Mitarbeiter beschäftigt,
  • maximal 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und
  • sich nicht mehrheitlich im Eigentum eines Großunternehmens befindet.

Die EU zieht die Grenze der KMU dagegen schon bei 250 Beschäftigten; diese Abgrenzung ist aufgrund der europäischen Beihilferegeln auch in der Wirtschaftsförderung zu beachten. In den Größenbereich von 250 bis 499 Beschäftigten fallen in Deutschland ca. 2.600 Unternehmen. Die Umsatzgrenze liegt auch in der EU bei 50 Millionen Euro, für die Bilanzsumme gilt eine Grenze von 43 Millionen. Die quantitative Abgrenzung des Mittelstands entspricht der der "kleinen und mittleren Unternehmen" (KMU). Darüber hinaus werden mit dem Begriff "Mittelstand" in Deutschland aber wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte verknüpft, die über eine reine Größenabgrenzung nach Umsatz oder Beschäftigtenzahl hinausgehen. Zu diesen qualitativen Merkmalen zählt die Einheit von Unternehmenseigentum und -führung, der Mittelstand wird dominiert von Familienunternehmen. Nach diesen qualitativen Merkmalen sehen sich manche Unternehmer von Betrieben mit weit mehr als 500 Beschäftigten, die diese als traditionelle eigenständige Personengesellschaften bzw. Familienunternehmen anderer Rechtsform führen, dem Mittelstand angehörig, obwohl sie die formalen Kriterien der Mitarbeiterzahl und des Umsatzes nicht erfüllen.

In Deutschland gibt es nur ungefähr 5.700 Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, bei einer Gesamtzahl von ca. 3,45 Mio. Unternehmen. Wenn man jene Unternehmen hinzuzählt, die durch Konzernverbund, Eigentümerstruktur oder einen Umsatz über 50 Mio. Euro aus der Mittelstandsdefinition herausfallen, kommt man auf schätzungsweise 13.000 nicht-mittelständische Unternehmen.

Kleinere Unternehmen haben eine schwächere Eigenkapitalbasis als größere und sind daher in stärkerem Maße auf Bankkredite angewiesen. Die Eigenkapitalquote steigt mit der Größe von ca. 9 Prozent für Unternehmen mit einem Umsatz unter 2,5 Mio. Euro bis auf über 28 Prozent bei mehr als 50 Mio. Euro Umsatz. Die Gewinnsituation des Mittelstands ist ebenfalls unbefriedigend. Die Nettoumsatzrendite der mittelständischen Unternehmen (Umsatz 2,5 bis 50 Mio. Euro) liegt nach Angaben der Bundesbank seit Jahren niedriger als bei den Großunternehmen, zuletzt schrumpfte der Abstand allerdings auf 0,2 Prozent. (Ro)

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