Exzellenzinitiative
Wie gut ein Land sich im internationalen Wettbewerb positionieren kann, hängt stark davon ab, wie gut Wissenschaft und Forschung im Land sind – denn sie geben wichtige Impulse für die Entwicklung der Wirtschaft. Mit der „Exzellenzinitiative“ wollen Bund und Länder hierzulande die Wissenschaft und die Forschung und damit den Standort Deutschland stärken.
Projektziel
Kurz heißt sie „Exzellenzinitiative“, offiziell "Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen". Das Projektziel ist ehrgeizig: Die Exzellenzinitiative will sowohl die Spitzenforschung als auch die Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Deutschland in der Breite fördern. Um es mit etwas mehr Gefühl zu sagen – wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Mit der Förderung der universitären Spitzenforschung im Rahmen der Exzellenzinitiative sollen Leuchttürme der Wissenschaft in Deutschland entstehen, die auch international ausstrahlen.“
Kosten
Bund und Länder kommen gemeinsam für die Kosten der Exzellenzinitiative auf. 75 Prozent übernimmt der Bund, 25 Prozent die Länder. Für 2006 bis 2011 stehen 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung; inzwischen wurde eine Verlängerung bis 2017 beschlossen und der Etat auf 2,7 Milliarden erhöht.
Träger
Die Exzellenzinitiative wird von zwei Wissenschaftsorganisationen durchgeführt: der Deutschen Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, und dem Wissenschaftsrat. Sie entscheiden darüber, welche Hochschulen und weiteren Einrichtungen jeweils für fünf Jahre gefördert werden.
Was gefördert wird
Die Exzellenzinitiative vergibt Mittel in drei „Förderlinien“.
Förderlinie Nummer eins richtet sich an Graduiertenschulen. Gefördert werden besonders gute Programme für Doktorandinnen und Doktoranden.
Förderlinie Nummer zwei richtet sich an so genannte Exzellenzcluster. Das sind Forschungseinrichtungen an Universitäten, die mit Einrichtungen außerhalb der Uni und zum Beispiel auch der Wirtschaft zusammenarbeiten und dabei ein besonders gutes Umfeld für den wissenschaftlichen Nachwuchs bieten.
Förderlinie Nummer drei ist umfassender angelegt. Unter der Überschrift „Förderung Zukunftskonzepten zum Ausbau universitärer Spitzenforschung" werden ausgewählte Universitäten unterstützt. Sie müssen mindestens ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule haben – und eine schlüssige Gesamtstrategie für den Ausbau ihres Forschungsprofils.
Eine Zwischenbilanz
Bislang wurden Fördermittel an 28 Hochschulen im gesamten Bundesgebiet vergeben, von Aachen bis Berlin, von Kiel bis Konstanz. Genauer gesagt: für 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte. Wie gut diese Mittel angelegt sind, wird sich in einigen Jahren zeigen: 2016 soll die Exzellenzinitiative von einer internationalen Expertenkommission evaluiert werden.
(BW/ Stand: Oktober 2009)
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