Die INSM-Erhard-Lecture von Professor Edmund Phelps in deutscher Übersetzung
Die INSM-Erhard-Lecture von Professor Edmund Phelps in deutscher Übersetzung
Professor Edmund S. Phelps, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, hat den Deutschen bei der VI. Ludwig-Erhard-Lecture der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ins Reformgewissen geredet.
- Datum
- 12. Oktober 20072007-10-12T12:00:00
- Zeit
- 00:00 2007-10-12T12:00:00
- Ort
- Berlin
Der Text seiner am 12. Oktober in Berlin gehaltenen Rede liegt nun auch in Deutsch vor.
Sind ökonomische Dynamik und Soziale Marktwirtschaft vereinbar?
Edmund S. Phelps, Professor an der Columbia University New York, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften
Ich fühle mich geehrt, die Ludwig Erhard Lecture halten zu dürfen - ganz besonders im 50. Erscheinungsjahr von Ludwig Erhards Buch Wohlstand für alle. Ich wurde eingeladen, um über Deutschlands Wirtschaftssystem zu sprechen - die so genannte Soziale Marktwirtschaft. Rund um dieses Wirtschaftssystem werden einige wichtige Fragen gestellt:
- Hat es im internationalen Vergleich eine zu geringe ökonomische Dynamik?
- Sind überhaupt Wirtschaftsreformen vorstellbar, die die Dynamik dieses Systems wesentlich erhöhen, ohne seinen Charakter zu verändern?
- Wie viel von der Sozialen Marktwirtschaft müsste demontiert oder neutralisiert werden, um eine hohe Wachstumsdynamik zu erreichen?
Ich bin dankbar, dass die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mir Gelegenheit gibt, über dieses Thema zu sprechen.
Die Theorie des Kapitalismus
Meiner Ansicht nach bietet es sich an, die Soziale Marktwirtschaft aus der Perspektive alternativer Wirtschaftssysteme zu betrachten. Ich will mich dabei auf die Wachstumswirkungen bestimmter Elemente konzentrieren, die in einer Sozialen Marktwirtschaft vorhanden sind und einer kapitalistischen Volkswirtschaft fehlen - beziehungsweise solcher Elemente, die in einer kapitalistischen Wirtschaft vorhanden sind und in einer Sozialen Marktwirtschaft fehlen.
(?)
In der Volkswirtschaftslehre gibt es aus meiner Sicht zwei Ansätze zur Rechtfertigung des Kapitalismus. Friedrich Hayek trug zu beiden Denkansätzen bei, was eine gewisse Verwirrung gestiftet hat. In seinem Buch Der Weg zur Knechtschaft (und später in Die Verfassung der Freiheit) geht Hayek davon aus, dass Menschen ebenso wirtschaftliche wie politische Freiheiten genießen sollten - die Freiheit beispielsweise, ein Unternehmen zu gründen und zu schließen, ein neues Produkt oder eine neue Herstellungstechnik einzuführen - und so weiter. Da sozialistische und korporatistische Systeme den Menschen manche dieser persönlichen Freiheiten absprechen, sind sie ungerecht.
Hayek geht offenbar davon aus, dass die Bevölkerung eines Landes, sobald ihr diese persönlichen Freiheiten vom Staat zugestanden werden, die Institutionen des als Kapitalismus bezeichneten Systems entwickelt.
Was ist aber, wenn die Menschen in Ländern, die persönliche Freiheiten zulassen, dennoch Institutionen gemeinschaftlich organisierter, kooperativer Systeme entwickeln - wie Klöster oder Kibbuzim? Was ist, wenn sie dies einfach nur deshalb tun, weil ihnen das von ihren Vorfahren her vertraut ist - und nicht etwa deshalb, weil sie es zunächst mit dem Kapitalismus versucht und diesen weniger gemocht hätten?
Würde ein solches kooperatives System ebenfalls als gute Wirtschaftsform gesehen werden? In Der Weg zur Knechtschaft finde ich nichts über unternehmerische Aktivität und Innovation - so als ob die Resultate des Kapitalismus ohne jede Bedeutung für seine Rechtfertigung wären. In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen: Für die Soziale Marktwirtschaft hat sich Ludwig Erhard nicht deshalb stark gemacht, weil er in ihr das einzige System sah, das Menschen wirtschaftliche Freiheiten gewährt.
Ein weiterer wunder Punkt bei diesem Ansatz ist, dass Menschen unter Berufung auf die Freiheit auf die Idee kommen könnten, über eine gemeinschaftlich getroffene Entscheidung die Ansiedlung einer Fabrik, die sie ablehnen, zu verhindern oder die Verlegung eines von ihnen erwünschten Gewerbes in ihre Region zu subventionieren. Wer überzeugend darlegen will, dass persönliche Freiheiten in allen Fällen über denen der Gemeinschaft stehen sollten, der muss dabei auch die Konsequenzen für die Freiheiten der Gemeinschaft berücksichtigen.
Der Kapitalismus wurde außerdem dadurch gerechtfertigt, dass er bessere Ergebnisse bringe, sowohl bei den Abläufen als auch bei den sichtbaren Ergebnissen. So sagten zum Beispiel in den fünfziger Jahren verschiedene amerikanische Volkswirte, dass der US-Kapitalismus durch das damit verbundene rapide Wirtschaftswachstum und den Zuwachs bei der Produktivität gerechtfertigt sei. Zehn Jahre später kamen diesen Wirtschaftswissenschaftlern Zweifel.
Man könnte sagen, dass Hayek den Weg für diese Art der pro-kapitalistischen Argumentation geebnet hat: In seinen Schriften vor Der Weg zur Knechtschaft und nach Die Verfassung der Freiheit bot Hayek Einblicke in die Funktionsweise des Kapitalismus, die in der Summe für den Kapitalismus als erstrebenswertes Wirtschaftssystem sprachen - erstrebenswert jedenfalls im Hinblick auf seine Ergebnisse.
In den dreißiger Jahren kam Hayek zu der Schlüsselerkenntnis, dass in einer Marktwirtschaft jeder einzelne, der sich unternehmerisch betätigt, Erfahrungen und Beobachtungen macht, die niemand sonst hat. Daraus folgerte er, dass wahrscheinlich nur Menschen mit diesem persönlichen Wissen eine Vorstellung davon haben, wie die eine oder andere Ware produziert werden könnte und welche davon sich mit Gewinn herstellen lässt.
Die Schlussfolgerung, die Hayek meiner Ansicht nach zu Recht gezogen hat, war, dass diese Wissensarbeiter - um den später von Peter F. Drucker geprägten Begriff zu nutzen - besser beurteilen konnten, was produziert werden kann und was nicht. Besser jedenfalls, als irgendeine Staatsbank oder Behörde, da diesen das Know-how eben dieser Wissensarbeiter fehle.
In den sechziger Jahren (wenn nicht schon früher) erkannte Hayek offensichtlich, dass aus dem persönlichen Wissen eines Einzelnen eine originelle Idee erwachsen konnte, bei der der Betreffende einigermaßen sicher davon ausgehen konnte, dass sie zeitgleich oder in naher Zukunft kein anderer haben würde. Auf diese Weise entwickelt der Kapitalismus als "Bottom-up"-System durch persönliche Initiative, die auf persönlichen Wissen fußt, von der Basis her das Potenzial für Kreativität.
Im Gegensatz dazu versagt ein Top-down-System, das von wirtschaftsfernen staatlichen Einrichtungen gesteuert wird, die nicht über das reiche Wissen derer verfügen, die sich in der Wirtschaft engagieren.
Ein Thema, das Hayek in diesem Zusammenhang ebenfalls beschäftigte: Die Entwicklung und Einführung eines innovativen Produktes ist ein Sprung in unbekanntes Terrain, das niemand zuvor betreten hat. Folglich gilt das Gesetz der unerwarteten Folgen. In einem neueren Buch von Roman Frydman und Michael Goldberg ist die Rede vom "unvollständigen Wissen" der Akteure darüber, wie die Wirtschaft das neue Produkt aufnehmen wird. Frank Knight spricht von Unsicherheit. Diese Unsicherheit nimmt noch zu, wenn zeitgleich mehrere, vielleicht sogar viele weitere neue Produkte und Verfahren eingeführt werden.
Der Kapitalismus ist daher ein System der Unordnung - von Vermutungen und großen Überraschungen - Seite an Seite mit einigen Elementen der Ordnung, Daraus ergibt sich die wichtige Frage, ob die jeweils richtigen Ideen für neue Produkte und Verfahren die notwendige finanzielle Unterstützung erhalten und ob sie die für eine breite Akzeptanz erforderliche Evaluierung und Erprobung erfahren. Wie kann ein solches System funktionieren?
Diese grundsätzlichen Erkenntnisse haben die Tür zu einer realistischeren Betrachtungsweise des Kapitalismus geöffnet. Ich nutze gern den Begriff der Dynamik und meine damit Erneuerungsfähigkeit in eine ertragreiche, auf diese Weise auch kommerziell entwicklungsfähige Richtung. Ich behaupte, dass ein gut funktionierendes kapitalistisches System viel Dynamik hat; allerdings erfordert das die Überwindung von Schwierigkeiten. Hohe Dynamik hängt nicht allein von neuen kommerziellen Ideen ab. Sie erforder
- eine Vielzahl von Unternehmern mit einer Palette von Fähigkeiten, die Entwicklung einer Idee trotz unvorhergesehener Hürden voranzutreiben.
- Um eine hohe Dynamik zu erreichen, sind Geldgeber erforderlich - es braucht Business Angels, Wagniskapitalgeber und dergleichen mit großer Erfahrung, damit aussichtsreiche Ideen nicht deshalb abgelehnt werden, weil sich kein Geldgeber findet, der sie (wenigstens bis zu einem gewissen Grad) versteht und in allen Entwicklungsphasen ein Mentor sein kann, auf den der Unternehmer zurückgreifen kann.
- Um eine hohe Wirtschaftdynamik zu erreichen, braucht man Manager, die lebhaftes Interesse an neuen Methoden zeigen und die nötige Ausbildung haben, diese auch richtig zu bewerten. Notwendig sind dafür natürlich auch Konsumenten, die beim Einkaufen gespannt auf neue Produkte sind und diese auch einmal testweise kaufen, um sie zu Hause auszuprobieren.
Es ist klar, dass die wirtschaftlichen Institutionen und die Wirtschaftskultur eines Landes - und eben nicht nur die Rechtsstaatlichkeit und der Schutz von Privateigentum - ihre Wirkung auf die Akteure in diesem eben beschriebenen Innovationsprozess haben und damit die Dynamik einer Volkswirtschaft steigern oder beeinträchtigen. Ebenso klar ist es, dass die Regierung bereit sein muss einzuschreiten, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen - wobei die Regierung nicht immer wissen wird, was sinnvollerweise zu tun wäre.
Aber ist dieses System erstrebenswert? Aus meiner Sicht muss die erste Reaktion darauf ein "Ja" sein. Vor allem kann ins Feld geführt werden, dass hohe Dynamik in einer Volkswirtschaft mehr Beschäftigung schafft. Wirtschaftliche Dynamik schafft mehr Arbeitsplätze als sie zerstört - neue Jobs entstehen in der Entwicklung, im Marketing und im Management. (?) Kräftige Dynamik ist für das Arbeitsleben von unschätzbarem Wert - sie bringt Mitarbeitern ebenso wie Unternehmern Vorteile bei der persönlichen und intellektuellen Entwicklung. Zumindest in hoch entwickelten Volkswirtschaften bestimmen die Mechanismen der Innovation und der Entdeckung diese Erfahrung stark. Sie bestimmen zum Beispiel den Grad, in dem sich die Beschäftigten durch ihre Arbeit ausgefüllt fühlen, und auch das Gefühl, dass sich die geleistete Arbeit gelohnt hat - die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Ohne wirtschaftliche Dynamik würde Arbeit den Menschen keinen über das Geld hinausgehenden Gewinn vermitteln können.
Die Soziale Marktwirtschaft in Europa
All das war im Europa der zwanziger und dreißiger Jahre allerdings nicht die vorherrschende Denkweise. Dort setzte sich damals die Ansicht durch, dass die bourgeoisen Unternehmer nicht in der Lage wären oder nicht motiviert seien, neue Geschäftsideen zu entwickeln; man dachte damals, dass ein stärker koordiniertes System zu rascherem Wirtschaftswachstum führen könnte. Dieser Eindruck begünstigte die Vorstellung, dass ein besseres System in einer Art dreigliedrigen Wirtschaft bestünde, in welcher der Staat mit den Führern der Industrie und der Gewerkschaften die wichtigsten Marschrouten der Wirtschaft festlegen würde.
Damals gab es auch eine intellektuelle Strömung, die man als Egalitarismus bezeichnen könnte - die Auffassung nämlich, dass es einer Person nicht anstehe, irgendetwas zu tun, was sie aus der Gruppe, der sie angehört, heraushebt.
Auch betonte man in dieser Zeit das Materielle weniger. Hans-Werner Sinn hat mir gegenüber einmal erklärt, dass ein Deutscher eher behaupten würde, er habe seinen Reichtum geerbt, statt zuzugeben, dass er sein Vermögen selbst erarbeitet habe.
Schließlich war man damals überzeugt, dem Frieden in den Betrieben damit zu dienen, indem man Institutionen für Tarifverhandlungen zwischen Industriezweigen und Gewerkschaften schuf. Dabei konnte sich wenn nötig der Staat als Schlichter einschalten.
Wie gut oder schlecht dieser Korporatismus in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen funktioniert hat, ist schwer zu sagen. Jedenfalls blieb der Kapitalismus in der Nachkriegszeit Zielscheibe sehr heftiger Kritik.
Mit dem Auftreten von Ludwig Erhard hatte Deutschland die Chance, einen neuen wirtschaftspolitischen Kurs einzuschlagen. Der Begriff "Soziale Marktwirtschaft" wurde zum Etikett für das neu entstehende System oder zumindest für dessen wichtigste Merkmale.
Viele Beobachter glauben immer noch, dass hinter dem Begriff "Soziale Marktwirtschaft" ein kapitalistisches System steckt, das durch ein Wohlfahrtssystem mit einer sozialen Grundsicherung und sozialen Hilfsprogrammen ergänzt wird. Dabei hat der Kapitalismus Sozialversicherungsprogramme nie generell ausgeschlossen. (Hayek selbst wollte einige Staatsprogramme einbauen.) Erhard erklärte, dass Wettbewerb per se sozial sei - und damit im gesamtgesellschaftlichen Interesse liege. So als wolle er damit sagen, dass darüber hinaus gar kein wohlfahrtsstaatlicher Ballast mehr notwendig oder erforderlich sei.
Heute hat die Soziale Marktwirtschaft zwei neue Ausstattungsmerkmale: Mitbestimmung der Unternehmensführung durch Mitarbeiter an der Seite der Eigentümer und eine Reihe schmerzhafter Regulierungen, denen Arbeitgeber unterliegen, während die Arbeitnehmer auf der anderen Seite Rechte erhielten. Auf diese Weise wurde - kurz gesagt - die Verfügungsgewalt über das Kapital zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt.
Zu Zeiten Erhards hielten viele an jenen gesellschaftspolitischen Auffassungen fest, die ich bereits zuvor erwähnt hatte: den Egalitarismus, den Antimaterialismus und die Idee der Sozialpartnerschaft.
Meiner Ansicht nach ist empirisch erwiesen, dass ein funktionierender Kapitalismus, dort wo er durchführbar ist, neue innovative Ideen, ihre Entwicklung und Evaluierung besser stimulieren kann als einerseits der osteuropäische Sozialismus oder das westeuropäische Wirtschafts- und Sozialsystem - wie auch immer wir das nennen wollen.
Abschließend sind zwei Fragen zu stellen:
1. Ist Kapitalismus am Ende das beste System? Und wenn das so ist, wie kann Deutschland sich in diese Richtung bewegen? Wie sähen die besten operativen Schritte aus?
Ich behaupte, dass eine hohe wirtschaftliche Dynamik für ein gutes Leben unabdingbar ist. Den größten Teil unseres Lebens arbeiten wir - und das ist sehr wichtig, denn dadurch erhalten wir geistige Anregung: Wir lernen Probleme zu lösen und zu erforschen und erhalten damit die Möglichkeit, uns geistig zu entwickeln und persönlich zu wachsen. Im Vergleich dazu sind andere Aspekte - wie zum Beispiel Sicherheit - weniger wichtig.
Diese Denkart beginnt bei Aristoteles und reicht von den Vitalisten wie Cellini, Cervantes, William James und Henri Bergson bis hin zu Pragmatikern wie Vergil, John Dewey und Amartya Sen.
2. Die zweite Frage ist nun: Was muss getan werden, um mehr Dynamik herbeizuführen - und damit bessere Lebensbedingungen?
Dafür gibt es kein Patentrezept. Wir müssen an vielen Stellen gleichzeitig aktiv werden. Und dabei werden wir nie sicher wissen, welche unserer vielen Initiativen die wichtigste war.
Es gibt allerdings Bereiche, die meiner Ansicht nach in einem grundlegenden Reformprogramm getrost außen vor bleiben sollten. So glaube ich nicht, dass Veränderungen bei der Bezugsdauer oder Höhe der Arbeitslosenunterstützung - ganz gleich in welche Richtung - für eine wachstumsstarke Wirtschaft sorgen können.
Ganz allgemein ist es unglücklich, dass die politischen Parteien so sehr damit beschäftigt sind, bestimmte politische Standardhebel wie Steuersätze, Haushaltssalden und Handelspolitik vor- und zurückzuziehen. Dieses Hin und Her erfolgt in der Regel zyklisch, die Politik bewegt sich nicht in eine bestimmte Richtung. Das verspricht ganz sicher keinen sichtbaren Zuwachs an wirtschaftlicher Dynamik.
Im Rahmen des gesetzlichen Kündigungsschutzes wird ein Unternehmen, das seine Belegschaft reduziert, zur Kasse gebeten (besteuert). Umgekehrt erhält es aber keine finanzielle Unterstützung (Subvention), wenn es investiert, um neue Mitarbeiter einzustellen.
Die Idee einer Aufstockung der Gehälter von gering verdienenden Arbeitsnehmern durch den Staat (Kombilohn) empfehle ich dagegen ausdrücklich. Ich spreche mich bereits seit langem dafür aus, niedrige Löhne staatlich zu bezuschussen. Mit gesetzlichen Mindestlöhnen würde allerdings der Rückwärtsgang eingelegt: Gesetzliche Mindestlöhne erhöhen die Arbeitskosten für die Arbeitgeber und werden in fast jedem Fall dazu führen, dass die Beschäftigtenzahl in der Wirtschaft sinkt.
Vor allem aber müssen die deutschen Institutionen im Bereich der Unternehmensorganisation (Corporate Governance) überprüft werden - hier insbesondere die Mitbestimmung, das Konkursrecht sowie die Struktur und Funktionsweise des gesamten Finanzsektors.
Kommt es zu einem kräftigen Vorstoß hin zu einem Wirtschaftssystem mit deutlich höherer Dynamik, so kann sich Deutschland nicht nur auf mehr Zufriedenheit und Engagement der Arbeitnehmer freuen, sondern auch auf gesteigertes Wirtschaftswachstum und einen Zustand nahe der Vollbeschäftigung! Eine gesunde deutsche Volkswirtschaft kommt der ganzen Welt zugute.
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